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Das Klassentreffen

Ein Ratgeber oder eine kleine Vorbereitungshilfe für Klassentreffen, anschaulicher gestaltet durch das Einfügen autobiographischer Erlebnisse.
Leseprobe:
Klassentreffen, das klingt ein wenig angestaubt, alles ein bisschen altbacken. Warum nur sollte man Leute treffen, mit denen man seit fünf oder zehn Jahren keinen Kontakt mehr hatte? Oder gar während der ganzen Schulzeit nie etwas zu tun hatte? Einfach, weil es spannend ist. Was ist nur aus all den Typen geworden? Plötzlich hat der schöne Heinz einen Bierbauch. Und wer ist noch mal der mit der Kurzhaarfrisur? Und das Mauerblümchen von einst ist heute absolut die Schönste im Saal.
Andere wiederum fragen sich, warum zu einem Treffen gehen, bei dem das Gefühl entstehen kann, am falschen Tisch zu sitzen. Klassentreffen oder Entwicklungsvergleich? Ähnlichkeiten sind manchmal nicht von der Hand zu weisen.
Natürlich gibt es auch die Totalverweigerer. Während der Schulzeit immer vorn mit dabei, und nun sind Klassentreffen nichts für sie.
Und dann noch die ganz schlauen Klassenkameraden. Man trifft doch sowieso nur die Leute, die man schon immer leiden konnte. Natürlich nicht. Die anderen sind doch auch da und man sollte den Versuch starten, sich mit denen zu unterhalten, denen man in zehn Jahren, aus welchen Gründen auch immer, nicht näher gekommen ist. Erst dann wird es ein überraschender Abend. Nun ja, so sind Menschen eben.
Jede Jahrgangsstufe hat wohl ein paar besonders geschwätzige Mitschüler zu bieten, die das Wort Bescheidenheit glatt aus dem Wortschatz gestrichen haben. Aber genau diese braucht man auch, denn sonst wäre es beim Kaffee plötzlich ganz mucksmäuschenstill.
Wie der Pausenhof früher, so ist das Klassentreffen von heute natürlich eine große Informationsbörse. Was machst du, wie geht es dir? Das will man bei einem Klassentreffen wissen. Und natürlich werden bei solchen Treffen die alten Geschichten erzählt und dabei wird herzlich gelacht. Und das sollte man sich einfach nicht entgehen lassen.
Aber nun bin ich vom Thema abgekommen. Wo war ich noch stehen geblieben? Ach ja, bei der Vorbereitung. Um die eigenen Gedanken über das Klassentreffen einzuordnen ist dann natürlich der Disput mit einem weiteren Interessierten nicht von der Hand zu weisen. Dafür eignet sich natürlich der allerbeste Freund von damals am wenigsten, da man sowieso immer einer Meinung war.
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