|
Die Bank an der Eiche

Ein junges Paar in Thüringen hat eine Holzbank an einer alten Eiche zu ihrem Lieblingstreffpunkt erkoren. Gleichzeitig ist es aber auch ein Treffpunkt für viele Bewohner des kleinen Städtchens oder für Wanderer geworden.
Dann geschehen einige Ereignisse, die das Leben im Ort verändern könnten. Besonders durch Sarah, ihrem Freund Lucas und Julia, der Freundin von Sarah, werden diese Entwicklungen infolge einer zufälligen Fotoaufnahme aufmerksam verfolgt. Das seltsame Geschehen lässt Gedanken an korrupte Handlungen aufkommen. Nur langsam kommt die Wahrheit ans Tageslicht.
Leseprobe:
Sofort macht sie sich an die Reinigung der mitgebrachten Möhren. Sarah nutzt die Gelegenheit und verschwindet leise aus der Küche. Auf Gemüse putzen steht ihr jetzt so gar nicht der Sinn. Sie ergreift ihr Handy und wirft sich lässig auf die Couch. Schon hört sie die erwartete Stimme und erzählt dann von ihrem angenehmen Vormittag und, dass sie ihrer Freundin die Eintragungen an der Bank gezeigt hat.
Leider kann sie ihren Schatz heute nicht in die Arme schließen. Sie ist vormittags unterwegs gewesen und er hat seinem Vater zugesagt, ihn nachmittags bei der Kartoffelernte tatkräftig zu unterstützen. Solche Tage des Getrenntseins hat es in den letzten Wochen kaum gegeben. So plaudern sie noch eine Weile, bis ihre Mutter zu Tisch ruft. Sie haben ja noch den ganzen Sonntag für sich.
Es ist Sonntagmorgen und die Sonne versteckt sich noch hinter dem Horizont. Sarah hat sich von ihrem Handy wecken lassen. Schnell huscht sie ins Bad und war auch gleich wieder zurück. Sie kleidet sich schnell an. Jetzt darf sie sich nicht verspäten. In einer Spezialtasche verstaut sie das Wichtigste für diesen Morgen. Ihre digitale Spiegelreflexkamera. Vor knapp einem Jahr hatte sie von ihren Eltern diesen Wunsch erfüllt bekommen. Seitdem ist sie oft auf Pirsch nach dem besonderen Schnappschuss gewesen.
Alles schnell eingepackt und dann ist sie auch schon auf dem Weg. Ihr Ziel ist die Kirche des Ortes. Vor einiger Zeit hatte sie zufällig bemerkt, dass man über einen naheliegendem Hof ein besonderes Lichtspiel beim Sonnenaufgang beobachten konnte. Dabei scheint die aufgehende Sonne durch einen Torbogen infolge des kleinen Eintrittwinkels wie ein viel strahliger Stern auf die Kupferflächen am Kirchenschiff. Sie hat nur noch wenig Zeit bis zum Sonnenaufgang. Schon ist sie auf einem daneben befindlichen Parkplatz, von dem sie einen guten Blick auf den Torbogen hat. Sie packt ihre Kamera aus und hängt sie sich um. Dann begibt sie sich an eine Mauer am Rande des Parkplatzes. Hier prüft sie mit der Kamera, von wo sie den besten Blick hat.
Aber was ist das? Sie traut ihren Augen kaum.
|